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Mein Ich und Physiotherapie

Diese Idee kam mir ganz plötzlich während ich das Tor meiner Garage zu machte.

Manchmal frage ich mich ob ich ein guter Therapeut bin…im Gegensatz zu anderen…ob ich einmal etwas erreichen werde….eine schöne helle, freundliche Praxis führen werde…und ob meine Art Mensch zu sein auch bei den Patienten ankommt. Denn ich bin manchmal glaube ich, nicht ganz leicht.

Ich habe es irgendwie schon immer ein wenig gemerkt was mich von den anderen Therapeuten stark unterscheidet. Das ging schon im ersten Semester auf der Massageschule los.

Ich war immer einer derjenigen, der nicht besonders auffiel mit seinen guten Noten, ich befand mich immer im normalen Durchschnittsbereich.

Ich wusste auch nicht immer alles, was da vorne erzählt wird, hatte immer viel vergessen was zu tun ist, habe Arbeitsblätter verloren etc. ein ganz normaler pubertierender Schüler der Masseur werden wollte eigentlich. Ich hatte mir allerdings den Praxisunterricht ganz genau angeschaut, immer sehr kritisch und habe nicht alles geglaubt was man mir immer erzählt hat. Aber ich musste es glauben da ich ja noch keine Erfahrungen hatte. Ich habe meine eigenen gemacht.

Es hieß immer der hippelige, kleine Alex-so isser halt. Genau ich war so…und das ist auch gut so. Ich habe damals immer gesagt: Lahmarschig wird man von selber! Und das stimmt bis heute.

Als es dann so langsam ins Praktikum ging war ich voll in meinem Element und es ist genau das eingetreten was ich immer gespürt habe und noch heute spüre:

Alle meine Mitschüler haben immer genau das gemacht was von ihnen verlangt worden ist, und auch genauso therapiert. Nur ich wollte mehr, es konnte irgendwie nicht sein das man nach einer Massage einfach so aufhört..ohne noch irgendwas zu machen. Also habe ich im Anschluss an jede Behandlung noch kurz eine HWS Traktion durchgeführt. Und es ist eingeschlagen wie eine Bombe in zweierlei Hinsicht:

1. Ich bin fast aus meinem Praktikum geflogen, weil die Angestellten Therapeuten es mitbekommen haben, dass ich Traktionen als kleiner Masseur mache, ohne Examen und ohne das es auf dem Rezept stand.

2. Es hatte sich im KH rumgesprochen,  dass da wohl ein kleiner Therapeut war der besonders freundlich, nett und hilfsbereit war und der einem wirklich zuhört was man ihm sagt. Und vor allem: Der richtigen Behandlungserfolg hatte mit dem was er macht. Ich hatte im letzten Monat mehr Patienten zu massieren, als der Chef..deswegen konnte ich bleiben, weil die Patienten mit mir außerordentlich zufrieden waren. Das ich ein paar Kollegen ihre langjährigen Patienten weggenommen haben und diese dann nicht mehr gekommen sind als ich weg war ist eine andere Geschichte.

Ich habe damals wie heute einfach gespürt und sofort einschätzen können wer wirklich ein guter Therapeut ist und wer nicht. Denn es kommt nicht darauf an, wieviele Fortbildungen man hat, es kommt nicht darauf an ob studiert oder nicht, es kommt nicht darauf an in der Schule nur 1 ser zu produzieren. Es ist etwas, dass kann man nicht erlernen, nicht kaufen. Und auch nicht üben.

Dieses Feeling in den Händen haben nur ganz wenige Therapeuten. Ich habe mittlerweile schon in mehr als 10 Praxen gearbeitet/ausgeholfen. Teilweise als Sportphysiotherapeut, teilweise als Masseur und teilweise als Lymphtherapeut oder alles zusammen.

Ich habe ganz schlechte Praxen kennengelernt, so schlecht das der Putz von den Wänden bröckelt und so gut, dass 2 mal am Tag die Putzfrau kam. Und es ist wie ich es immer gesagt habe.

Schlechte Praxis, gammelig ohne viel Liebe: Schlechte Methoden, kein Plan von nichts, einfach nur Rückenschrubben.

Aufgeräumt, sauber und freundlich eingerichtet: TOP- Therapeuten, Clinical Reasoning, und sehr schönes Betriebsklima.

Es ist wie mit allem, ein guter Therapeut ist immer gefragt, auch in Zeiten unseres Gesundheitssystems. Wie gesagt ich habe ganz schlechte Therapeuten kennengelernt, und extrem gute denen ich dankbar bin bis auf Blut.

Dazu gehört ein ehemaliger Sportphysiotherapeut der: VFB Stuttgart, und den 1. FCN mehr als 30 Jahre lang betreute. Ich habe leider keinen Kontakt mehr zu Ihm, aber er hat mir während ich ihn kennenlernen durfte, mehr Tipps gegeben als jede andere Schule es jemals könnte. Tipps die von entscheidender Qualität sind, die das entscheiden was ich angesprochen habe:

Großen Erfolg im Beruf oder Futter für unser Gesundheitssystem.

Ich glaube man hat es nicht wirklich selber in der Hand ob man ein guter Therapeut wird oder nicht. Entweder man hat dieses Feeling, diese goldenen Hände oder eben nicht. Und das ist nicht nur in unserem Beruf so sondern in jedem. Es gibt einfach Menschen die sind dafür wie geschaffen, und es gibt Menschen die machen das selbe…haben aber eigentlich keine Ahnung was das soll.

In meiner ehemaligen Massageschule habe ich es schon gemerkt: Ich habe etwas an mir was keiner merkt außer mir, ich habe etwas, was vielleicht einer noch damals in meiner Klasse hattte. Und ich hatte wiedereinmal recht.

Dieser damalige Kollege ist mittlerweile Physiotherapeut und macht nun seine 3.!!!!! Praxis im Raum Nürnberg auf!! Und andere Beschweren sich wenn die Patienten ausbleiben!! Es ist ein guter Kollege von mir, der wie soll ich es sagen es gibt keinen Ausdruck dafür:

In allen belangen dieses Feeling, diese goldenen Hände besitzt. Seine 2. Praxis ist mittlerweile für 2 Monate im Vorraus ausgebucht.

Das ist Erfolg: Der unabdingbare Wille zur maximalen Patientenzufriedenheit. Alles andere ist Bullshit. In allem was ich gemacht habe beruflich, ob selbständigkeit, Personal Coaching, Fitnesstrainings, oder einfach Physiotherapie-ich hatte immer dieses Feeling. Das klingt jetzt total abgehoben und so nach dem Motto der hat doch einen Knall, aber die Menschen die dieses Feeling auch spüren, egal in welchem Job, wissen jetzt genau was ich meine.

Alle anderen werden sich dann hier über diesen Text aufregen, ich verzeihe euch.

Die Menschen/Kollegen die sich bei mir persönlich über das hier aufregen, natürlich auch Kollegen…da weiß ich genau wieder was los ist. Sie haben dieses Feeling nicht. Man outet sich damit praktisch selber…

Ich möche auch meiner Mutter danken, die heute Geburtstag hat. Du hast mich immer inspiriert, mir immer Mut gegeben und mich mit deiner Wärme beschützt. Du bist so tief in meinem Herzen, wie kein anderer Mensch. Ich weiß du bist immer bei mir. Ich wünschte ich könnte dich berühren.

Ich widme diesen Text meiner geliebten Mutter und Vorbild, die leider durch eine schwere Sucht nicht mehr unter uns weilt. Ich liebe dich…..Danke.

Alexander Stritt

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