Mein therapeutischer Leitsatz

Ich muss es leider während meines Berufes als Personal Fitness Trainer und Sportphysiotherapeut leider immer wieder feststellen, dass unsere Gesellschaft ein volkommen falsches Bild von unserem Körper hat.

Ich hatte erst gestern wieder so eine Patientein, die gemeint hat man müsste nichts tun, kann faul rumliegen und isich immer schön massieren lassen.
Anstatt die Ursache mal endlich anzupacken. Sie ist dafür zu faul. Und das seit 2 Jahren. Ich habe ihr gestern die Quittung dafür gegeben.

Ich habe die Behandlung abgebrochen.

Ich kenne diese Person mittlerweile fast 2 Jahre und seit 1 Jahr verspricht sie mir, etwas gegen ihre Beschwerden zu tun:

Rückenschmerzen in der BWS

Rückenschmerzen in der LWS

Jeden Tag starke Kopfschmerzen

Nackenverspannungen

Knieprobleme

Figurprobleme (ca 10-15KG zuviel für „SIE“)

Schlapp, Ausgelaugt, Burn-Out Syndrom, Kaputt nach der Arbeit, Saft und Kraftlos in eigentlich allem.

Sehr schnelle Reizbarkeit in allen Lebenslagen.

Das ist mal ne feine Diagnose. Durch die Behandlungen kriegen wir die Symptome zu 80% in den Griff, aber was sie machen müsste um die Ursache zu behandeln das lässt sie bleiben. Denn sie ist viel zu faul ihren Hintern zu bewegen.

So eine umfangreiche Diagnose ist natürlich in mehreren Schritten anzupacken.

Das was sie tun müsste wäre, sich endlich mal zu bewegen und sport zu treiben. Bewegung ist alles in unserem Leben. In jedem von uns steckt ein 12 Zylinder. IN JEDEM!! Wenn man Sport macht (sich bewegt) passieren so unglaublich viele Dinge im Körper, die ich leider nicht aufzählen kann, weil jede meiner Laptoptasten nur ca 10 Millionen Klicks verarbeiten kann.

Aber gut wenn sie unbedingt körperliche Probleme haben möchte, soll sie nur so weitermachen. Ich komme dann nicht und Therapiere ihren Bandscheibenvorfall. Das hätte sie sich sich dann vorher überlegen müssen.

Wenn sie auf das was ich ihr zeige keinen Bock hat, damit sie endlich aus diesem oben beschriebenen Teufelskreis rauskommt, dann muss sie eben weiter leiden. Denn es ist eine 99% Linderung bei Ihr möglich. Das sagt mir meine Erfahrung.

Ich bin auf keinen Patienten angewiesen. Patienten kommen zu mir um sich von mir ganz exclusiv und sehr umfangreich behandeln zu lassen. Nämlich in den eigenen 4 Wänden. Ich habe keine Praxis. Ich komme immer exclusiv nach Hause. Und das, zu jeder Tages und Nachtzeit.

Und ich mache nicht einfach so ein blabla Programm wie es in 80% der Praxen gemacht wird. Meine Therapie bedeutet Arbeit für mich UND den Patienten. Ich bohre am Anfang in der Wunde manchmal rum und sage den Leuten meine Meinung über ihren Körper. Ich bin 100% ehrlich, und wenn ich sagen muss das derjenige 20 Kilo zuviel hat dann sage ich das auch genau so!

Denn ich komme um zu therapieren, nicht um hier ein bisschen Rückenmassage zu machen und dann haue ich wieder ab. Nein, ich komme damit ich Menschen helfen kann die körperliche Probleme haben. Und das gelingt mir in 90% der Fälle das ich 100% Besserung habe.

Und dieses Ergebnis erreiche ich nur weil ich extrem ursachenorientiert arbeite.

Allein mein Physiotherapeutischer Befund dauert mindestens 30min. Dann gibt es die erste Behandlung als Probe. Als Probe für mich ob ich richtig liege. Und darauf baue ich immer auf.

Zu meiner Therapie gehören auch Übungen, Mobilisationen, die der Patient selbständig 3 mal am Tag machen MUSS, ansonsten breche ich die Therapie nach dem 3. mal sofort ab. Und das sage ich denen auch. Ich streichel keine Leute nur weil sie es möchten. Ich therapiere. Das ist mein Ansatz. Alle nicken. Sind aber immer hoch begeistert.
Und wenn ich nach der 2. Behandlung die Übungen kontrolliere, dann ist zu 50% gähnende Leere. Dann werde ich sauer.

Denn erstens bin ich total meinen Preis wert und zweitens mache ich keine Arbeit einfach so. Sondern immer mit Grund.

Und wenn ein Patient diesen Therapeutischen Leitsatz nicht versteht, der werde ich nie behandeln. Mein gutes Ergebnis kommt nur zustande weil alle Patienten mithelfen. Denn es nützt keine Therapie der Welt, wenn die Patienten ihren Trott weitermachen.

Wenn ich merke das ein Patient mir während der Behandlung sagt: „Warum behandeln sie mich am Becken? Ich habe doch im Rücken Probleme!“ „Ich möchte gerne massiert werden“ dann sage ich folgendes:

Möchten sie gesund werden, oder möchten sie nur massiert werden? Wenn die Antwort auf massieren fällt, dann breche ich sofort ab. Und das kann ich mir als selbständiger jederzeit erlauben. Ich bin auf keinen Patienten angewiesen, denn meine Bücher sind voll.

Wie ich behandel ist doch egal, außerdem ist massieren in einer Behandlung extrem wichtig. Ich massiere bestimmt jede 2. Behandlung weil ich es für richtig halte. Denn ich sage dem Dachdecker ja auch nicht wie er mein Haus zu decken hat oder?

Letztens habe ich einer Patientin von mir, die verschriebenen Einlagen raus gerissen. Die Patientin hatte laut Arzt, eine Beinlängendifferenz. Die war nach 10min. Therapie bei mir ausgeglichen, und versehen mit ein paar Übungen für die Patientin wird das auch so bleiben. Also verschriebene Einlagen in Müll (1cm).

2 Tage später klingelte mein Handy und er Arzt der die Einlagen verschrieben hat war dran. Er hat sich aufgeführt wie ein Trampeltier und wollte mich zur Schnecke machen. Darauf hin habe ich ihm freundlich gesagt was er für ein Depp ist, Einlagen zu verschreiben die physiologischer Genese sind. Und das ich die Beinlängendifferenz nach 10 min Therapie im Griff hatte. Ich hatte ihm dann die Frage gestellt ob eine Einlage noch nötig sei bei 2 Millimetern Differenz (die jeder von uns hat). Er hat nur rumgeduckst. Denn das wäre eine Kontraindikation gewesen. Er hat damals trotzdem Einlagen verschrieben.

Vor 1 Woche ging der Brief an die Bundesärztekammer raus. Inkl. Beschwerde des Patienten, dem es mittlerweile viel besser geht seit er sich von mir behandeln lässt. Wir werden sehen.

Ich gehe jetzt arbeiten. Habe ein Fitnesstraining mit einem Klienten vor mir. Vor mir liegt ein professioneller Halbmarathonläufer der in 1 Stunde meine Höchstleistung fordert. Ich werde alles geben.

Alexander Stritt

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Mein Beruf

3 Antworten zu “Mein therapeutischer Leitsatz

  1. Hey Alexander Stritt,

    Du hast zwar recht, aber es gibt Menschen die noch nicht mal für Sport die Zeit haben. Ich selber habe auch starke Schmerzen im Bereich BWS, LWS und Nackenverspannung. Mit meinen 33 Jahren, bei 1,76m wiege ich 83 kg. Also Übergewichtig bin auch nicht. Ich bekomme mittlerweile auch Massagen verschrieben, aber selbst diese Termine kann ich leider nicht war nehmen, da es bei mir Arbeitperioden gibt wie zur Zeit wieder, wo ich an die 11 Stunden auf der Arbeit bin und das sechs mal die Woche. Mein Hausarzt sagt auch zur mir ich sollte am besten mit dem Fahrrad zum Schwimmbad, habe dann aber höflich gefragt wann. Es kam leider keine Antwort. An Bewegung fehlt es mir ja nicht, ganz im Gegenteil, ich arbeite körperlich hart und man ist abends nach der Arbeit komplett erschossen. Den einzigen Sport den ich noch machen kann, ist Sonntags ein bisschen mit meinen fünfjährigen Sohn auf dem Bolzplatz zu gehen. Aber selbst das ist für mich eine starke Überwindung, teilweise nur mit Schmerztabletten 😦 Das einzige was mir bleibt, das ich mich hinundwieder deswegen krank schreiben lassen muß. Habe jetzt noch ein Kurantrag fertig gemacht, in der Hoffnung das der mir genämigt wird.

    LG Norby

  2. ruhig blut….bewegung hilft viel, aber manche menschen leiden auch an ihrer arbeit. da hilft dann nicht nur bewegung, da ist die gesamte psyche kaputt.
    das kann man nicht alles mit dem holzhammer „bewegung“ wieder geradebiegen. damit kann man symptome lindern oder beseitigen, aber die ursachen liegen manchmal tiefer, in der psyche.

  3. Hallo. Auch ich hatte starke Rückenschmerzen mit neurolohischen Ausfällen an der Fußsohle. Diagnose Bandscheibenvorfall LW5S1. Dieser wurde Ende Februar operiert. Mir ging es sofort nach der OP blendend. Überhaupt keine Schmerzen mehr. In den folgenden vier Wochen wurde ich mit Physiotherapie behandelt. Dann kam ein Blinddarmdurchbruch. Das hieß dann wieder Schonung und nochmal von vorne. Seither und eigentlich schon vor dem Blinddarmdurchbruch zeigte sich eine ausgeprägte Skoliose. Mittlerweile leide ich kaum noch an Schmerzen. Nur beim Husten und Niesen und plötzlichen Bewegungen fährt es mir heftig in den Rücken. Ich bin 36 Jahre alt, 1,90m groß und wiege zur Zeit 87kg. Ich bin bzw war sportlich sehr aktiv. Ich startete in der Vergangenheit bei einigen Triathlons als Sportler in einer dritten Baden-Württemberg-Liga-Mannschaft. So langsam fange ich jetzt wieder mit dem Joggen in mäßigen Tempo an. Schwimmen bin ich schon fast die ganze Zeit über gegangen, wobei ich hierbei erstaunlich finde, daß ich eine Rollwende und Kopfsprung schmerzfrei machen kann. Mein Physiotherapeut hat mich mit haufenweise Übungen für daheim versorgt und trotz sportlichen Ehrgeiz schaffe ich es nicht diese Üungen regelmäßig zu machen. Ihm ist das gerade gestern aufgefallen, worauf er mich ordentlich zusammengefaltet hat…mit Recht. Wie schon unser Tria-Trainer sagt: von nix kommt nix. Ich weiß was ich zu tun habe. Dennoch glaube ich meinem Physiotherapeuten und meinen Ärzten nicht das ich eine Beinlängendifferenz haben soll…wobei die Ärzte ohne es je nachgemessen zu haben, behaupten, dass ich keine habe, obwohl ich definitiv schief undzwar richtig schief da stehe.
    Den Workoholics kann ich nur sagen ihr arbeitet das ganz Leben und ruiniert eure Gesundheit um das Geld zu erlangen, das ihr hinterher wieder ausgeben müsst um eure Gesundheit wieder zu bekommen. Ich bin seit dem ich so erkrankt bin in Erziehungsurlaub gegangen um mich hauptsächlich meiner Familie und Gesundheit zu widmen bis es wieder besser geht, aber den Sport werde ich nie aufgeben den wie sagte schon der Lateiner: Mens sana in corpere sano!
    Vielleicht hat ja mal jemand ne idee was ich noch tun kann um meine Sportlerkarriere wieder aufnehmen zu können. Alles Gute für alle. Gott liebt euch.

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