Armut und Reichtum

Ich habe vor einiger Zeit diesen Beitrag hier gelesen. Er hat mich äußerst inspiriert, weil ich mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht habe.

Wieviel sollte man denn als Normalbürger verdienen? Was ist genug? Ab wann beginnt Reichtum? Ist es schon Reichtum wenn man ein Auto und eine Wohnung hat?

Ich persönlich denke, es kommt ganz drauf an was man für Ziele im Leben hat. Und wie man mit Geld umgehen kann. Aber da fangen ja die Probleme meist schon an. Vielleicht liegt es daran, dass der normale deutsche Bundesbürger mehr Wünsche wie Geld hat?  Ich persönlich glaube, dass man viel weniger Probleme hätte wenn man nicht so sehr auf den Geldbeutel schauen müsste. Reich ist man, wenn man mehr hat (nicht besitzt) wie die anderen in seinem Umfeld. 

Das heißt wenn man in Mosambik ein Auto fährt ist man reich. Wenn man in Afrika sauberes Trinkwasser hat, dann ist man reich.

Und in unserem schönen Deutschland? Oder gar in der Schweiz? Wann kann man da sagen, „man ist reich“?

Natürlich ist es sehr schwer, diese Fragestellung hinreichend zu beantworten. Deswegen lass ich auch hier die Frage volkommen offen. Offen für eine sehr persönliche und eigene Meinung.

Ich definiere Reichtum in reichen Ländern (ohne es bewerten zu wollen) so:

„Reich ist jemand wenn er mehr Geld hat, als er ausgeben kann.

Wie gesagt, hier ist viel Freiraum für eigene Interpretationen.

Und mit der Armut? Kann man in reichen Ländern wie in unserem wirklich arm sein? Und warum gibt es einfach Familien, die ihr ganzes Leben lag „arm“ sind? Muss das so sein, damit ein Gleichgewicht entsteht, dass ja schon lange nicht mehr existiert?

Persönliches Fazit: Man ist reich, wenn man alles zum normalem überleben hat.

Es geht hier nicht um den materiellen Reichtum, denn das ist ein anderes Kapitel. Eine andere Form von Reichtum. Materieller Reichtum ist die nächst übertriebene Stufe, wenn man offensichtlich sein Geld nach außen trägt. Jeder der sein überflüssiges Geld zur Schau stellt hat materiellen Reichtum. Und damit meine ich nicht den kleinen Bürger der sich sein Lebenstraum erfüllt und sich einen Porsche kauft. Damit meine ich auch nicht, jemanden der eine Rolex als Uhrmacher trägt. 

Damit meine ich persönlich diejenigen, die sich einen Ferrari kaufen, um ihn neben den Porsche zu stellen. Damit meine ich Menschen die sich ihre Yacht unterhalten lassen und ich meine damit Menschen, die sich ein Haus am Strand kaufen, obwohl sie einen Monat im Jahr dort verbringen. Und ich meine Menschen, die nicht mehr zu Geschäftsterminen fahren sondern mit dem Helikopter geflogen werden.

Ich möchte euch darauf aufmerksam machen dass:  Jeder der diesen Beitrag gerade liest, gehört zu den Menschen die sehr reich sind. Gehört zu den Menschen, die auf nichts im Leben wirklich verzichten müssen. Man sollte wenigstens mal kurz daran denken, dass es auch Menschen gibt, die gerade aufgrund von Elektrolytmangel einen Herzstillstand bekommen.

Natürlich hilft dies keinem armen Menschen, dass ist klar. Aber es sensibilisiert uns für einige Dinge, die für uns schon längst selbstverständlich sind.

Alexander Stritt

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16 Kommentare

Eingeordnet unter Das Leben, Philosophie

16 Antworten zu “Armut und Reichtum

  1. Reich ist relativ, daher nicht eindeutig beantwortbar.

  2. Kayzah

    hat mir gut Gefallen, der kurz-Essay!

  3. wir sind alle zu reich… und beschweren uns weiterhin.. ich glaube die wenigsten sind sich dessen bewusst wie glücklich sie sich schätzen können hier aufwachsen zu dürfen.
    und wie man arm (für meine begriffe jez zB obdachlos und/oder hungernd) in österreich werden kann (klingt ja so arrogant) weiß ich selber nicht so recht..
    worüber ich mir selbst oft viel mehr gedanken mache – wieviel wären wir selbst bereit von unserem lebensstandard zu opfern damit es anderen genauso gut geht? und müssten wir überhaupt etwas opfern damit es keinen hunger in dieser welt gibt? wäre die welt nicht fairer wenn unsere jeans doppelt so viel kosten, dafür aber kein kind seine schulausbildung abbrechen musste um seine familie finanziell zu unterstützen?
    mit der Aussage: „Und damit meine ich nicht den kleinen Bürger der sich sein Lebenstraum erfüllt und sich einen Porsche kauft. Damit meine ich auch nicht, jemanden der eine Rolex als Uhrmacher trägt. “
    widersprichst du dir in meinen augen total selbst. Jez fangen wir nicht bei der Rolex an, die wieviel euro kostet? sondern ein paar tausend euro mehr. das was nicht erreichbar scheint – das ist dann zu viel? und was wenn man eine rolex hat und trotzdem noch einen ferrari will? sich seinen traum als bürger mit noch nem 3. auto erfüllen will?

  4. Vielleicht sollte man überhaupt schon dankbar sein, zwischen „Reichtum“ und „Lebensstandard“ unterscheiden zu können.

  5. Mehdi-Saman

    ….Reichtum ist neben Bildung und sozialem Status und emotionaler Kompetenz eine von mehreren Kapitalsorten.
    Aber Reichtum als universeller Begriff umschliesst nicht nur die monetäre Objektwelt.
    Will heissen, in aller Kürze:

    -Reich ist jemand der sich uneingeschränkter Gesundheit erfreut
    -Reich ist jemand der eine intakte Familie hat mit Rückhalt und
    Rückzugsmöglichkeiten
    -Reich ist jemand der nicht physisch, psychisch oder sozial von Materiellem
    oder Inmateriellem Abhängig ist (Drogensucht, Shoppig-Addict, Schlafsucht, Geltungssucht…)
    -Reich ist jemand der wirkliche Freunde hat
    -Reich ist jemand der lieben kann ohne zu fordern oder zu erwarten

  6. @Mehdi-Saman: Reichtum ist alles, es umfasst unser komplettes Leben. Und natürlich hast du recht. Reichsein hat nicht nur finanzielle Aspekte, sondern wie du oben beschreibst, auch gesundheitliche und soziale Aspekte.

    @Wolf: Jeder sollte dankbar sein, für alles was er erhält.
    Der Meinung bin ich auch.

    @Sancho Panda: Stimmt, wir sind alle im Reichtum geboren. Und das mit dem ständigen Beschweren über alles, ich denke das liegt in uns Deutschen einfach drin. Wir sind ein jammervolk!

    Alexander Stritt

  7. HRR

    „Wer nichts zu verlieren hat, ist reich.“ Chinesisches Sprichwort

    „Geld ist nichts, aber viel Geld, das ist etwas anderes.“ George Bernard Shaw

    „Die Reichen müssten sehr glücklich sein, wenn sie nur halb so glücklich wären, wie die Armen glauben.“ Charles Tschopp

  8. Bastian

    Wer nie arm gewesen ist, weiss Reichtum nicht zu schätzen.

    Wenn es niemanden gibt, der mich um meinen Reichtum beneidet,
    bin ich dann arm? (Niemand hat das Recht, sich als arm oder reich zu bezeichnen, wenn er nicht vergleichen kann.)

    Ich sehe es wie Alexander, das Erreichen der persönlichen Ziele, sofern man welche hat, schafft Reichtum. Unabhängig von der perönlichen und finanziellen Situation möglichst viel erleben, erschaffen, erfahren, wahrnehmen, planen und umsetzen, definiert den eigenen Reichtum.

  9. Edith F

    Der Bericht hat mich ganz nachdenklich gestimmt.

    Reich sind wir in gewissen Sinn alle, wir können uns täglich ernähren, haben unser zu Hause, unser Auto und was sonst noch dazu gehört.
    Die Probleme, dass wir mit unserem Einkommen nicht auskommen stehen auf einem anderen Blatt.

    Und doch sind sehr viele Menschen innerlich arm trotz äußerem bombastischen Reichtum. Sie können die kleinen Dinge des Alltags nicht mehr genießen, sei es nur die Zeit um ein paar Zeilen in einem guten Buch zu lesen, oder ein kurzer Spaziergang in der Natur, es gibt vieles was aufzuzählen wäre.
    Statt dessen vergeuden sie sinnlos ihre Tage, eigentlich mit unnützem Konsum und sind trotzdem nicht zufrieden.

    Neidisch auf diesen Reichtum bin ich nicht ich muss sogar sagen, die Ärmsten tun mir irgendwo leid.

    Mein Fazit hierzu: Reich sind fasst alle, nur die Auslegung des einzelnen was er darunter versteht ist sehr unterschiedlich. Vielleicht sollten wir ganz einfach dankbar sein, dass es uns gut geht.

  10. Schön, Gedanken. Hier wäre übrigens auch eine Antwort zur Frage wer arm und wer reich ist. http://swisspoesia.wordpress.com/2007/03/21/fernostliche-weisheiten-4/

    Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag!

  11. Pingback: ABC der Infos

  12. Pingback: Abhängigkeit im Leben « Memorys - Endlich etwas mit Sinn..

  13. Nelly

    Alexander, das ist eine gute Einstellung. Materieller Reichtung ist vergänglich…. das was im Herzen steckt, das ist dass wichtigste. Freunde, ein erfülltes Leben, etwas für andere tun ohne etwas dafür zu erwarten. Ein gutes Buch, schöne Musik, einen spaziergang im Wald … all das zählt für mich persönlich, ebenfalls zu Reichtum und ich kann stolz sagen das ich eine der reichsten Frauen der Welt bin. Materiell mag ich nicht soviel besitzen, dafür hab ich ein erfülltes Leben voll Liebe und Freundschaft. Was kann man sich mehr wünschen?

  14. Hm, ich würde mal sagen, dass Du das nicht pauschalisieren kannst „Jeder der diesen beitrag liest[…] die auf nicht sim Leben wirklich verzichten müssen.“ KLar, ist das Provokation, aber ich falle mal darauf herein. Das kannst Du gar nicht wissen. Nur, weil jemand ins Internet kann, muss er doch nciht reich sein.Und daraus lässt sich schon gar nicht schließen, dass er/sie auf nichts verzichten musste. Fangen wir nur einmal kurz bei den nicht-materiellen Gütern an: Du kannst gar nicht wissen, wieviele Schicksalsschläge diejenigen erfahren haben, die das lesen, wieviele schwarze, verbrannte Punkte ihr Herz schon hat und vieviel sie in Kindheit oder anderen Lebensabschnitten auf Liebe z.B. oder Wärme oder Freundschaft hatten verzichten müssen…

  15. Pingback: ABC der Infos » Blog Archiv » …

  16. Wirklich reich ist jemand, der tun und lassen kann, was er will.

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